BULogoFreieBuerger0917

Netzneutralität: Dorfmanns Ja-Stimme für Zwei-Klassen-Internet

EuropaparlamentDer Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, kritisiert die Ja-Stimme der SVP im EU-Parlament für die Aufweichung der so genannten Netzneutralität im Internet.

"Damit wird das Zwei-Klassen-Internet zur Realität. Man stelle sich vor, die Coca-Cola-Company Italien zahlt der Brennerautobahngesellschaft jährlich eine ordentliche Summe Geld, damit ihre Firmenfahrzeuge auf der Brennerautobahn eine Vorzugsspur haben - kommen Coca-Cola-Firmenautos, müssen alle anderen Autofahrer rechts ranfahren und warten, bis die roten Cola-Autos vorbei sind. Erst dann darf auch der Normal-Autofahrer wieder fahren.

"Unvorstellbar?", fragt Andreas Pöder

"Genau das wird aber nach dem Beschluss des EU-Parlaments künftig auf der Datenautobahn, im Internet passieren: Die Datenpakete jener Konzerne und finanzkräftigen Betriebe, die bei Telecom, Vodafone oder anderen Anbietern für die Vorzugsspur im Internet bezahlen, dürfen auf der Vorzugsspur vor allen anderen fahren während die Datenpakete der Masse warten müssen", so Pöder. "Das Zwei-Klassen-Internet ist damit Realität. Und dieses Zwei-Klassen-Internet ist eine Goldgrube für die Telekommunikationskonzerne, mehr als es das Roaming, das im Gegenzug ab 2017 abgeschafft werden soll, je war."

Die Netzneutralität war bisher ´heilig´. Sie besagte, dass alle Datenpakete im Internet von den Anbietern und Datenleitungsverwaltern gleichberechtigt behandelt und weitergeleitet werden müssen. Wenn dann jemand beim letzten Stück Leitung bis in sein Haus eine schnellere oder langsamere Verbindung oder einen schnelleren oder langsameren Computer hat, dann hatte das nichts mit der Netzneutralität zu tun.

"Die Netzneutralität ist nicht zu verwechseln mit mit der Internetdownload- Geschwindigkeit zu tun, die  unterschiedlich angeboten und bezahlt wird. Es geht bei der Aufweichung der Netzneutralität tatsächlich um die bezahlte Vorzugsspur für Datenpakete von jenen Konzernen und Betrieben, die es sich leisten können, dafür Telecom & Co. viel Geld zu bezahlen", so Pöder.

"Das EU-Parlament und auch der SVP-Parlamentarier Herbert Dorfmann verkaufen die Abschaffung der Roaming-Gebühren ab 2017 als großen Vorteil für die Konsumenten. Das stimmt teilweise, denn auch hier gibt es noch Fußangeln die besagen, dass die Telefonkonzerne unter bestimmten Voraussetzungen doch Roaming-Gebühren verlangen können.

Die Roaming-Gebühren waren und sind reine Abzocke durch die Telefonkonzerne"; so der Abgeordnete der BürgerUnion. "Dass die EU-Parlamentarier im Gegenzug zur Abschaffung der Roaming-Gebühren den Telefonkonzernen Telecom und Co. Durch die Aufweichung der Netzneutralität die Tür zu einem Milliardengeschäft aufgestoßen haben, grenzt schon an Fahrlässigkeit und an Begünstigung im Amt", so Pöder.

"Dorfmann begründet sein Ja für die Aufweichung der Netzneutralität damit, dass die Telefonkonzerne schließlich nicht die ´Caritas´ seien. Das mag stimmen, aber das EU-Parlament ist auch nicht Gelddruckerei für Telecom & Co. ", so Pöder abschließend.

 

 

Download

  

 

Newsletter BürgerUnion Südtirol Ladinien abonnieren

Hier können Sie unsere Newsletter abonnieren.