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Kein Ladinisch für Apotheker in Ladinien? Landesregierung macht Rückzieher nach Einwänden

apothekerinIm Rahmen des heute im 4. Gesetzgebungsausschuss des Landtages behandelten Landesgesetzes hatte die Landesregierung vorgeschlagen, dass in den ladinischen Tälern Apothekeninhaber oder Apothekenbetreiber künftig nur mehr zweisprachig sein und nicht auch den Nachweis für das Ladinische erbringen müssen.

Der Antrag war von Landesrat Florian Mussner eingebracht worden. Offenbar ist es schwierig, in Ladinien ladinischsprachige Apotheker zu finden.

Damit sollte nach dem Willen der Landesregierung sozusagen der Dreisprachigkeitsnachweis für Apotheker in den ladinischen Tälern und Gemeinden nicht mehr erforderlich sein, der Zweisprachigkeitsnachweis für Deutsch und Italienisch würde ausreichen.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder hatte jedoch die Streichung dieses Vorschlages beantragt und protestierte dagegen, dass die ladinische Sprache somit wieder ein Stück zurückgedrängt wird.

"Die Sprachenbestimmungen sind Grundsäulen der Autonomie. Und gerade ein Apothekenbetreiber oder -inhaber sollte sich in jeder Hinsicht mit den Kunden verständigen können. Wenn wir hier wieder Abstriche machen, dann verzichten wir, bei allem Verständnis für die Problematik, Apothekernachwuchs zu finden, dann verzichten wir gerade bei der kleinsten Volksgruppe Südtirols wieder auf ein Stück Identität". argumentierte Pöder in der Kommission.

Pöder stellte auch klar, dass ein Apothekenbetreiber in den ladinischen Tälern eben Ladinisch lernen muss, wenn er nicht bereits der ladinischen Volksgruppe angehört.

"Das Einzugsgebiet ist groß genug und auch aufgrund des Tourismusaufkommens in den ladinischen Tälern ist das Betreiben einer Apotheke auch interessant genug, dass es an Apothekernachwuchs nicht mangeln dürfte", so der Abgeordnete.

Andere Abgeordnete unterstützten Pöder in dieser Argumentation.

Auch Landesrat Mussner unterstrich in der Debatte, durchaus Bauchweh mit dem Vorschlag zu haben.

Letztlich entschied sich die Landesregierung dazu, den Vorschlag zurückzuziehen.

"In den ladinischen Tälern bleibt das Ladinische somit auch offiziell eine der Voraussetzungen für die Eröffnung oder das Betreiben einer Apotheke", zeigt sich Pöder zufrieden.

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